Wo aus Fröschen Odenwälder Bienchen werden
Die evangelische Grundschule Weiten-Gesäß feiert 25-jähriges Bestehen.
Eine Raupe verpuppt sich und wird zum Schmetterling. Soweit bekannt. An der Evangelischen Grundschule in Weiten-Gesäß, die nun ihr 25-jähriges Bestehen gefeiert hat, gibt es eine biologische Besonderheit: Aus Fröschen werden Bienchen.
Ein anschaulicher Lernpfad
Das wird so zwar nicht im Unterricht gelehrt, stellt im Schulalltag aber eine wichtige Grundlage dar. Denn die beiden jahrgangsübergreifenden Klassen heißen hier „Frösche“ (erste und zweite Klasse) und Bienchen (dritte und vierte). Das ist eine Besonderheit dieser Schule, deren Fortbestand in kirchlicher Trägerschaft vor einiger Zeit auf der Kippe stand, die aber mit großem Einsatz und Energie vieler auch weiterhin jungen Menschen Bildung und (christliche) Werte vermitteln kann. Wieviel Sympathie und Unterstützung ihr zukommen, das war nun bei dem Fest zum Fünfundzwanzigjährigen sichtbar. Aus dem Schulfest wurde eine Feier des ganzen Dorfes, bei der sämtliche Ortsvereine unter Federführung des Schulfördervereins mit großem Engagement beteiligt waren. Das Fest stand ganz im Zeichen der Bienen; so säumten etwa ungezählte kleine Pappbienchen die Wege. Unterhalb der evangelischen Kirche, die auch Nachbarin des Schulgebäudes ist, wurde der neugestaltete Bienchen-Lernpfad eröffnet. Hier gibt es auf Schritt und Tritt kindgerechte Infos über das Leben der Bienen und darüber, was alles passiert zwischen Blüte und Honigglas, getreu dem Motto: je anschaulicher, desto besser. „Der Bienchen-Lernpfad ist ein Gemeinschaftsprojekt von Schulförderverein, der Interessengemeinschaft Odenwald und der Entega-Stiftung“, erklärt Fördervereinsvorsitzender Gunnar Krannich. Wobei hier, unterhalb des Gotteshauses, außer dem Lernpfad auch noch ein Versammlungsort entstanden ist – im Sinne des Gedankens: ein Platz fürs ganze Dorf. Ob es nun Freiluftgottesdienste oder Seniorennachmittage seien oder eben Veranstaltungen von Kita oder Schule – „Kirche lädt auf ihrem Gelände zur Gemeinschaft ein“, so Krannich.
Zum besonderen Geburtstag der Grundschule in dem Michelstädter Stadtteil war auch ein Ehrengast in den Odenwald gekommen: Christiane Tietz, Kirchenpräsidentin der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN). Sie bekleidet dieses Amt erst seit knapp vier Monaten, und die Weiten-Gesäßer freuten sich ganz besonders, dass sie im übervollen Terminkalender der Kirchenpräsidentin einen Platz gefunden hatten.
Ein Apfelbaum wird gepflanzt
Schulleiterin Anette Röhner führte Christiane Tietz und den Odenwälder Dekan Carsten Stein durch die Räume der Schule. Dabei gab es auch manches Hallo und Wiedersehen: „Viele der Gäste sind ehemalige Schülerinnen und Schüler – jetzt sind schon ihre Kinder dabei“, freute sich die Schulleiterin. Sie erklärte Christiane Tietz auch, welche Kinder-Fragen bei der Entwicklung des Bienchen-Lernpfades aufgekommen seien: Welche war die erste Biene? Warum gibt es eine Königin, aber keinen König? Aber auch, ganz praktisch gefragt: Wo geht eine Biene auf die Toilette?
Zum Abschluss pflanzte Kirchenpräsidentin Tietz gemeinsam mit Kirchenvorsteherin Inge Krannich und Pfarrerin Peereboom unterhalb der Kirche beim Bienchen-Lernpfad einen Goldparmänen-Baum, sicherlich auch eingedenk des Luther zugeschriebenen Satzes, dass es sich jederzeit lohne, einen Apfelbaum zu pflanzen. „Möge er Früchte bringen“, wünschte Inge Krannich.